Champions League: Die Bayern verlieren Halbfinal-Hinspiel mit 0:1 gegen Real Madrid

Posted on 24. April 2014Comments Off on Champions League: Die Bayern verlieren Halbfinal-Hinspiel mit 0:1 gegen Real Madrid
Champions League: Die Bayern verlieren Halbfinal-Hinspiel mit 0:1 gegen Real Madrid
AFP

Auf dieses Halbfinale hatten sich alle gefreut. Am Ende stand ein dröges 1:0 für Real Madrid. Bayern München dominierte optisch das Geschehen, trat aber zu statisch auf und muss ohne Auswärtstor ins Rückspiel gehen.

Die Gäste aus München begannen die Begegnung konzentriert und druckvoll. Real, mit Ronaldo, aber zunächst ohne Bale, dagegen startete überraschend defensiv, zog sich weit in die eigene Hälfte zurück. So kamen die Bayern zu ersten Chancen.

Das erste Ausrufezeichen aber setzten die Gastgeber: Quasi aus dem Nichts schickte Ronaldo Coentrao auf den linken Flügel; Jerome Boateng stand nicht gut im Raum und musste dem Außenverteidiger daher hinterher hechten. Mit Dante stürmte der zweite Innenverteidiger heran, kam zu spät und ließ das Zentrum dadurch komplett offen – die flache Hereingabe brauchte Benzema nur noch ins Tor zu schieben (19. Minute). 1:0 für Real Madrid!

Von da an zogen sich die Spanier noch weiter in die eigene Hälfte zurück, verteidigten geschickt den eigenen Sechzehner. Dazu kamen rare, aber stets gefährliche Konter. So war es in der 27. Minute Christiano Ronaldo, der vollkommen frei vor Neuer in Szene gesetzt wurde, den hochspringenden Ball aber über den Querbalken beförderte. Eine gigantische Chance, die der Portugiese normalerweise im Schlaf verwandelt. Den Bayern dagegen fiel wenig ein. Zwar standen zwischenzeitlich 75% Ballbesitz zu Buche, allein, diese Dominanz wurde mitnichten in Torchancen umgewandelt. Eine Ecke nach der nächsten, eine Flanke nach der nächsten – allesamt ungefährlich. Bayern München erinnerte zu diesem Zeitpunkt des Spiels fatal an die ausgehende Phase unter Louis van Gaal; bei erdrückendem Ballbesitz wanderte das Leder statisch von einem Flügel auf den anderen, stets mit der Hoffnung auf eine gelungene Einzelaktion verbunden. Während aber Arjen Robben geschickt von je einem der drei zentralen Mittelfeldspieler gedoppelt wurde, zeigte Franck Ribery eine schwache Leistung, gewann kaum Zweikämpfe.

Umso verwunderlicher, dass Pep Guardiola den Franzosen zur Halbzeit nicht auswechselte. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber aus Madrid etwas mutiger, hatten mehr Spielanteile und zeigten die ein oder andere gelungene Kombination. Bayern dagegen wirkte nun stellenweise fahrig. Zwar hatte man noch immer oft den Ball, konnte daraus aber noch weniger machen als in der ersten Halbzeit. Schwung und Elan vermittelte lediglich David Alaba, ansonsten wirkte das eigene Spiel träge. Schließlich reagierte der Coach doch, brachte in kurzer Zeit Martinez, Götze und Müller. Wirklichen Schwung brachte das nicht. Der kam in Ansätzen höchstens auf, als Pepe verletzt ausgewechselt werden musste. Danach zeigte sich die Defensive Reals etwas weniger sattelfest. Und so kam Mario Götze schließlich zu der Chance des Spiels aus eigener Sicht: Nach gelungener Flanke von Müller stand er in der 84. Minute plötzlich vollkommen frei vor Casillas, konnte sich per Dropkick die Ecke quasi frei aussuchen – und scheiterte am glänzend reagierenden Torwart, vor allem aber an der eigenen Ungenauigkeit.

Am Ende ist das 1:0 absolut verdient. Natürlich ist für das Rückspiel in München noch alles offen. Favorit aber ist nun eindeutig Real Madrid. Erzielen die Madrilenen ein Auswärtstor, so wird es wahnsinnig schwierig für den Titelverteidiger, das Steuer noch herumzureißen. Des Weiteren wirken die Bayern etwas satt. Noch nie hat eine Mannschaft den Champions League Titel verteidigen können. Dass Spieler und Verantwortliche nach der Partie unisono von einer starken Leistung sprachen, das Ergebnis relativierten und selbstbewusst lächelnd aufs Rückspiel verwiesen, ist kein gutes Zeichen. Erinnert man sich an die letzte Saison, so hatte der deutsche Rekordmeister eindeutig etwas gut zu machen, lechzte förmlich nach dem Titel. Dieser unbedingte Wille zog sich durch die gesamte Saison und war in jedem Champions League Spiel, in jedem Interview danach zu spüren. Das hat sich verändert. Und deshalb werden wir aller Voraussicht nach eines der am spielerisch schwächsten besetzen Finals der letzten Jahre erleben.