Toni Kroos schießt die Gunners ab, Bayern gewinnt 2:0 gegen Arsenal

Posted on 20. February 2014Comments Off on Toni Kroos schießt die Gunners ab, Bayern gewinnt 2:0 gegen Arsenal
Toni Kroos schießt die Gunners ab, Bayern gewinnt 2:0 gegen Arsenal
AFP

Auf das Spiel haben viele gewartet: Bayern gegen Arsenal im Achtelfinale der Champions League. Das Hinspiel in London wurde den Erwartungen größtenteils gerecht und bot dem Zuschauer einiges an Spektakel.

Trainer Pep Guardiola bot Martinez auf der Sechs auf, Philipp Lahm rückte dadurch wieder in die rechte Außenverteidigung. Zu Beginn des Spiels aber kamen die bayerischen Gäste nur schwer in die Partie. Die Gunners legten sofort los. Wie aufgedreht attackierten die Engländer den Gegner bereits in dessen Hälfte, zeigten genau die richtige Dosis Aggressivität und brachten die Bayern zunehmend in Verlegenheit. So sah man von den Gästen ungewohnte Ballverluste im Aufbauspiel. Sichtlich um Ruhe bemüht, gelang kaum etwas in den ersten Minuten. So spielte zum Beispiel Thiago ein ums andere Mal extrem riskante Fehlpässe im Spielaufbau.

Nichtsdestotrotz markierte Toni Kroos die erste Chance des Spiels mit einem wunderbaren Fernschuss – Torwart Szczesny reagierte stark. Kurz darauf war es dann Manuel Neuer, der sein Können gegen den etwas überraschend im Sturm aufgebotenen Sanogo unter Beweis stellen musste. Das Spiel wurde, vor allem aus Sicht des FC Bayern, immer fahriger. Dann, plötzlich, wurde Mesut Özil aus abseitsverdächtiger Position in den Sechzehner geschickt und schlug gegen Boateng einen sehenswerten Haken. Der Verteidiger ließ das Bein etwas zu lange stehen. Elfmeter und gelbe Karte!

Dabei entschied sich der Gefoulte, selbst anzutreten. Nicht die richtige Entscheidung, denn Özil verschoss kläglich. Viel zu lasch in die Mitte – Neuer, bereits auf dem Weg in eine Ecke, hatte keine Mühe, die Hand noch nach oben zu reißen.

Diese Szene markierte einen deutlichen Wendepunkt: Özil war von nun an vollkommen abgemeldet, dafür übernahm Kroos zusehends die spielgestaltende Rolle. Das zeigte sich kurz darauf bei einem phantastischen Lupfer in den Lauf von Arjen Robben. Dieser kam kurz vor Szczesny an den Ball, wurde allerdings von dem herauseilenden Torwart umgemäht. Elfmeter. Und die rote Karte – ein herber Schlag für die Gunners. Nach vollzogenem Wechsel – der bis dahin recht unauffällige Cazorla musste weichen – trat David Alaba zum Elfmeter an – und verschoss ebenfalls. Den Torwart vollständig verladen, knallte der Österreicher das Leder an den Außenpfosten. So ging es mit 0:0 aber einem Mann Überzahl in die Kabine.

In der zweiten Hälfte war die Marschroute Wengers schnell klar: In Unterzahl ging es dem Trainer offensichtlich in erster Linie darum, sich ohne Gegentor aus der Affäre zu ziehen. Guardiola dagegen wechselte Rafinha für den gelbbelasteten Boateng ein. Lahm rückte wieder auf die Sechs, Martinez in die Innenverteidigung. In der Folge dieser beiden Umstände konnten die Bayern wieder ihr so gefürchtete Passspiel aufziehen. Und nach unzähligen Kombinationen war es Kroos, der, quasi aus dem Nichts, mit einem phantastischen Schlenzer mitten ins Londoner Herz traf. Spätestens jetzt waren die Gastgeber gebrochen und versuchten bloß noch,  Schadensbegrenzung zu betreiben. In der gesamten zweiten Hälfte war es ein purer Genuss, der Schaltzentrale Toni Kroos zuzuschauen. Hatte er bis zu dem Tor eine sehr starke Partie abgeliefert, so gab ihm der phantastische Schlenzer noch einmal zusätzliches Selbstvertrauen. Dabei spielte der Münchner nicht nur unglaublich viele Pässe, er schüttelte auch ein ums andere Mal phantastische Diagonalbälle aus dem Fuß, konnte Robben immer wieder stark in Szene setzen. Weltklasse Leistung!

Als das Spiel bereits beendet schien, begangen die Gunners eine kleine Nachlässigkeit im defensiven Stellungsspiel, die nach starker Flanke Lahms vom eingewechselten Thomas Müller eiskalt per Flugkopfball ausgenutzt wurde. So stand es am Ende 2:0 für die Gäste. Bitter für den FC Arsenal, der zeitweise durchaus am Drücker war und die Führung spätestens durch Özil hätte machen müssen.