Die deutschen Champions League-Teilnehmer und ihre Wintertransfers

Posted on 3. February 2014Comments Off on Die deutschen Champions League-Teilnehmer und ihre Wintertransfers
Die UEFA Champions League
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Das Winter-Transferfenster ist seit vergangenen Freitag in den meisten europäischen Ligen, auch in Deutschland,  geschlossen. Zeit, auf die Aktivitäten der deutschen Champions League-Teilnehmer zurückzublicken, die sich in Sachen Neuverpflichtungen ein wenig zurückgehalten haben.

Bei Borussia Dortmund hatte man eigentlich beschlossen, nicht aktiv zu werden und erst wieder im Sommer neue Spieler zu kaufen. Dann aber schlug sofort wieder das Verletzungspech zu: Jakub Blaszczykowski zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt damit für den Rest der Saison aus. Im ohnehin gebeutelten Kader ergab sich also akuter Handlungsbedarf. Diesen suchen die Verantwortlichen mit Milos Jojic zu decken. Der erst 21 Jahre alte Serbe von Partizan Belgrad wurde gerade erst zum Spieler der Hinrunde gewählt. Flexibel im Mittelfeld einsetzbar ist er zunächst einmal wohl für die Breite gedacht und wird seine Chancen eher von der Bank suchen müssen.

Sich selbst sieht Jojic auf der Achterposition, kam aber in Belgrad oft zentral hinter der Spitze, auf der Zehn also, oder im linken Mittelfeld zum Einsatz. Technisch beschlagen liegen seine Schwächen vor allem in der Physis. Verglichen wird er des öfteren mit Toni Kroos. Die Ablöse soll bei ca. zwei Millionen Euro gelegen haben – das ist für den BVB also ein durchaus überschaubares Risiko. Und wer weiß? Womöglich entwickelt sich Milos Jojic bei Borussia Dortmund enorm weiter – die Anlagen dazu werden ihm allemal bescheinigt. In der Rückrunde der Champions League aber wird der junge Serbe wohl keine allzu große Rolle spielen. Insofern müssen die Borussen also zusehen, dass sie mit der Dreifachbelastung besser zurecht kommen. Eine größere Rolle als in der Hinrunde könnte so z.B. auch der junge Jonas Hofmann spielen.

Auch Bayer 04 Leverkusen war – ebenfalls bescheiden – auf dem Transfermarkt tätig. So wechselt Andrés Guardado auf Leihbasis ans Bayerkreuz. Der 27-jährige kommt vom FC Valencia, war dort Stammspieler und muss aufgrund von Finanzproblemen veräußert werden. Nichtsdestotrotz schafften es die Leverkusener, ihn zunächst nur auszuleihen; im Sommer dann besteht die Möglichkeit, von einer Kaufoption Gebrauch zu machen. Das Risiko hält sich demzufolge in engen Grenzen. Dafür erhält die Werkself eine zusätzliche Option auf dem linken Flügel: Haupteinsatzgebiet Guardados ist die Außenverteidigerposition, er kann aber auch etwas offensiver agieren. Der Mexikaner, der auch spanischer Staatsbürger ist, bringt zusätzliche Erfahrung in die junge Mannschaft, zeigte stets ordentliche Leistungen in Valencia. Des Weiteren ist er für die Champions League spielberechtigt. Ein womöglich sehr starker Transfer!

Des Weiteren kamen mit Ryu und Julian Brandt zwei junge Spieler; vor allem Letzterer gilt als sehr großes Talent. Eine große Rolle dürften sie aber diese Saison noch nicht spielen, wenngleich sich Robbie Kruse schwer verletzt hat und insofern eine Jokerrolle frei wird.

Der FC Schalke 04 verpflichtete früh zu Beginn der Transferphase Jan Kirchhoff auf Leihbasis. Der Münchner, letzten Sommer erst von Mainz 05 an die Isar gewechselt, konnte sich, wie von vielen erwartet, bisher nicht beim Rekordmeister durchsetzen. Einsetzbar ist der gelernte Innenverteidiger auch im defensiven Mittelfeld. Einziges Problem: Kaum auf Schalke verletzte sich der 23-jährige prompt. Eine Bänderverletzung setzt Kirchhoff bis auf weiteres außer Gefecht. Ob er diese Saison noch eine große Rolle spielt, bleibt abzuwarten, immerhin hat er nun auch keine Vorbereitung mitmachen können und kennt seine neuen Kollegen folglich bisher bloß abseits des Platzes. Da Jermaine Jones aber abgegeben wurde, wäre Kirchhoff bei baldiger Genesung ein Platz im Defensifverbund durchaus zuzutrauen.

Bayern München wurde diesen Winter nur insofern aktiv, als dass die Verpflichtung Robert Lewandowskis kommenden Sommer bekannt gegeben wurde. Aktuell verändert sich also personell nichts beim Rekordmeister – bis auf den Abgang von Jan Kirchhoff natürlich. Der Kader ist aber wirklich breit genug aufgestellt, schon jetzt rotiert Trainer Pep Guardiola fleißig. Sind mal alle Spieler fit, so dürfte das eines der spannendsten Themen werden. Zuletzt musste Mandzukic zuhause bleiben; derartige Situationen könnten sich dann häufen. Kurzum: Bei den Münchnern besteht derzeit einfach kein Bedarf.

Insgesamt betrachtet sind die deutschen Vertreter in der Champions League recht zurückhaltend auf dem Transfermarkt geblieben. Allerdings gilt das Winter-Fenster als oftmals unnötig kostspielig und schwierig. Höchstens Borussia Dortmund hätte aufgrund der Verletztenmisere womöglich besser noch einmal zugeschlagen – so z.B. für die Verteidigung. Trotz alledem: Es macht augenscheinlich Sinn, Geduld zu beweisen und im Winter keinen unnötigen Aktionismus an den Tag zu legen. Für die Rückrunde sollten die vier Vereine personell ausreichend aufgestellt sein.

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